Das Nachtlicht der Elfenkönigin - eine Geschichte zum Träumen

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Es war einmal ein neugieriges Kind namens Jona, das in einem kleinen Haus mit einem Garten voller Apfelbäume wohnte. Jona liebte es sehr, im Garten zu graben und nach glänzenden Steinen oder bunten Käfern zu suchen.

Eines Abends, als der Wind leise durch die Blätter säuselte, entdeckte Jona ein seltsames Glimmen hinter dem alten Schuppen. Dort wuchsen riesige Farne, die sich im Mondlicht wie silberne Federn hin und her bewegten.

Inmitten dieser Pflanzen saß eine kleine Gestalt, die eine Weste aus getrockneten Lavendelblüten und eine Hose aus feinstem Spinnwebstoff trug. Es war eine Elfe, die gerade versuchte, eine Laterne aus einer leeren Eichelschale zu reparieren.

"Diese verflixte Lampe will einfach nicht mehr leuchten", brummte das kleine Wesen und schüttelte die Schale energisch.

Jona trat vorsichtig näher und kniete sich in das weiche Gras neben den großen Farn, um die kleine Elfe nicht zu erschrecken. Die Luft roch hier ganz wunderbar nach nasser Erde und süßem Nektar, der aus den Blüten der Nachtkerzen tropfte.

"Kann ich dir vielleicht irgendwie bei deinem Problem helfen", fragte Jona mit einer ganz leisen und sanften Stimme. Die Elfe blickte überrascht auf und rückte sich ihre Mütze aus einem getrockneten Buchenblatt zurecht.

"Ich bin Flicker und ich brauche dringend neuen Brennstoff für das große Nachtlicht der Königin", erklärte die kleine Gestalt mit einem Seufzen. Flicker erzählte, dass das Nachtlicht im Palast nur mit dem ehrlichen Kichern von Kindern betrieben wurde.

Ohne dieses Licht würden die Blumen im Wald vergessen, wie sie am nächsten Morgen ihre bunten Blütenblätter öffnen sollten.

Jona überlegte kurz und kicherte dann über die lustige Vorstellung, dass ein einfaches Lachen wie wertvolles Benzin für eine Lampe funktionierte. Plötzlich begann die kleine Eichelschale in Flickers Händen hellblau zu leuchten und verbreitete einen Duft nach frischen Walderdbeeren im ganzen Garten.

"Das war genau das richtige Geräusch um den ersten Funken zu zünden", rief Flicker voller Freude aus und hüpfte auf einem flachen Stein auf und ab. Die Elfe bat Jona, ihr zum Palast der Elfenkönigin zu folgen, damit das große Licht rechtzeitig vor Mitternacht aufgefüllt wurde.

Flicker warf eine Handvoll glitzernden Sand in die Luft, der wie winzige Sterne auf Jonas Schultern landete. Augenblicklich wuchsen Jona zwei kleine Flügel auf dem Rücken, die so zart wie die Flügel einer Libelle im Sonnenlicht schimmerten.

Gemeinsam flogen sie über den hölzernen Gartenzaun und tief hinein in den geheimnisvollen Wald, wo die Eulen leise ihre Lieder sangen. Die Bäume waren hier so hoch, dass ihre knorrigen Kronen fast die silbernen Sterne am dunklen Himmel berührten.

Unter ihnen flossen kleine Bäche, die wie flüssiges Silber über schwarze Kieselsteine plätscherten und ein beruhigendes Geräusch machten. Sie landeten schließlich vor einem riesigen Tor, das aus den kunstvoll verschlungenen Wurzeln einer uralten Eiche geformt war.

Das Tor öffnete sich lautlos und gab den Blick auf einen prachtvollen Garten frei, in dem das Gras in allen Farben des Regenbogens leuchtete. In der Mitte saß die Elfenkönigin auf einem Thron, der aus glatt poliertem Kieselstein und schimmernden Glasperlen gefertigt war.

Die Königin trug ein langes Kleid, das aus den feinsten Fäden des Morgentaus gewebt war und bei jeder Bewegung leise raschelte. Sie hielt einen großen Stab aus hellem Treibholz, der an der oberen Seite einen Hohlraum für das wichtige Nachtlicht besaß.

"Wir haben heute viel zu wenig Lachen gesammelt weil es den ganzen Tag geregnet hat", sagte die Königin mit einer besorgten Miene. Jona trat mutig vor und erzählte der Königin einen wirklich lustigen Witz über einen Frosch, der versehentlich seine bunten Socken verloren hatte.

Das fröhliche Lachen hallte durch den gesamten Palastgarten und füllte den Stab der Königin sofort mit einem warmen und goldenen Schein. Alle anwesenden Elfen klatschten in ihre winzigen Hände und begannen einen wilden Tanz auf den großen, rot gepunkteten Fliegenpilzen.

Die Königin lächelte Jona dankbar zu und hob ihren leuchtenden Stab hoch in die weite und dunkle Nacht hinaus. Ein heller Strahl schoss aus dem Holz und verteilte sich wie feiner, glitzernder Sternenstaub über den gesamten riesigen Wald.

"Jetzt wissen alle Tiere und Pflanzen dass es Zeit für angenehme Träume ist", erklärte die Königin mit einer sehr ruhigen und zufriedenen Stimme. Jona beobachtete staunend, wie sich die kleinen Hasen in ihre weichen Erdlöcher kuschelten und die stolzen Rehe ihre Köpfe im hohen Gras ablegten.

Sogar die alten, mächtigen Eichen schienen sich ein wenig tiefer in die Erde zu kuscheln, um die ganze Nacht über fest zu schlafen. Es war ein wunderbar friedlicher Anblick, der Jona zeigte, wie wichtig gute Laune für die gesamte Natur sein konnte.

Die Königin schenkte Jona zum Abschied eine kleine, runde Murmel, in der ein winziger Wirbel aus goldenem Nebel unaufhörlich tanzte. "Wenn du jemals traurig bist dann schau einfach tief in diese magische Murmel hinein", riet die weise Königin dem Kind zum Abschied.

Flicker begleitete Jona zurück zum Gartenhaus, während der helle Mond schon weit über den weiten Himmel gewandert war. Die Flügel verschwanden so schnell wie sie gekommen waren und Jona stand wieder fest auf den eigenen Beinen im kühlen Gras. Müde aber sehr zufrieden kletterte Jona durch das offene Fenster zurück in das gemütliche und herrlich warme Bett.

Die magische Murmel wurde sicher im Nachttisch verstaut, wo sie ein ganz schwaches und beruhigendes Licht auf die Tapete warf. Jona wusste nun ganz genau, dass irgendwo im Wald die Elfen warteten und sich über jedes einzelne fröhliche Geräusch freuten. Mit einem letzten zufriedenen Lächeln schlief Jona ein und träumte von fliegenden Fröschen, die ihre bunten Socken endlich wiedergefunden hatten.

Draußen im nächtlichen Garten neigten sich die alten Apfelbäume im Wind und flüsterten sich die spannende Geschichte vom Kind und dem Nachtlicht zu. "Gute Nacht kleiner Helfer und danke für dein wunderbares Lachen", raunte der sanfte Wind leise durch das Fenster in das Zimmer hinein.

Jona hörte diese Worte noch im tiefen Schlaf und drehte sich gemütlich auf die andere Seite der weichen Decke. Das Nachtlicht der Elfenkönigin leuchtete hell über dem Wald und bewachte den friedlichen Schlaf von allen Kindern auf dieser Welt.

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