Familie Floh sucht ein neues Zuhause - eine lustige Gute-Nacht-Geschichte

4 Minuten Vorlesezeit

Es war einmal eine kleine Flohfamilie, die lebte schon seit vielen Wochen in einem alten Hundekörbchen. Das Körbchen war weich, es roch nach Hund, nach Gras und sogar ein wenig nach Abenteuer. Papa Floh liebte es dort, Mama Floh war zufrieden, und die kleinen Flohkinder hatten überall Platz zum Hüpfen und Spielen.

Doch eines Tages kam der Mensch und warf das alte Körbchen in die Mülltonne. Für die Flohfamilie war das ein Schock. Papa Floh seufzte tief und sagte: "Wir müssen uns dringend ein neues Zuhause suchen, sonst bleiben wir ganz allein."

Mama Floh nickte ernst und fügte hinzu: "Ein Floh ohne Fell ist wie ein Fisch ohne Wasser." Die Kinder kicherten, doch sie merkten schnell, dass es wirklich ernst war.

Also hüpfte die Familie los. Ihr erstes Ziel war eine große Wiese, auf der gemütlich eine Kuh stand und wiederkäute. Die Flohkinder riefen begeistert: "Oh, die Kuh ist riesig, da haben wir genug Platz für alle!" Sie sprangen vorsichtig in ihr Fell, das warm und dick war.

Doch die Kuh schüttelte mit dem Kopf, blinzelte freundlich und sagte mit tiefer Stimme: "Ihr seid nette kleine Gäste, aber ich habe schon so viele Mücken, die mir ständig ins Ohr summen. Ich brauche wirklich keine zusätzlichen Besucher." Mama Floh verneigte sich höflich, und die Familie sprang wieder hinunter. Papa Floh murmelte: "Schade, das war so vielversprechend."

Nicht weit entfernt saß eine Katze in der Sonne. Ihr Fell glänzte, und sie schleckte sich zufrieden die Pfoten. Die Flohkinder flüsterten aufgeregt: "Das Fell ist so weich und sauber, wir könnten uns hier richtig wohlfühlen!"

Vorsichtig hüpften sie in Richtung Katze. Doch kaum spürte die Katze das Kribbeln, fauchte sie laut und schnappte nach den kleinen Flöhen: "Aus meinem Fell, ihr Krabbler! Hier putze nur ich, verstanden?"

Schnell sprangen die Flöhe erschrocken davon, während die Kinder trotzdem kicherten. Papa Floh sagte atemlos: "Das war knapp, aber immerhin wissen wir jetzt, dass Katzen keine guten Gastgeber sind."

Sie setzten ihre Reise fort und trafen bald auf ein dickes, weißes Kaninchen, das genüsslich an einer Möhre knabberte. Die Flohkinder jubelten: "Oh, wie weich und fluffig!"

Mama Floh schmunzelte und sagte: "Das wäre wirklich kuschelig für uns." Sie hüpften ins Fell des Kaninchens, doch das Tier zuckte sofort zusammen und kratzte sich heftig.

Es rief freundlich: "Ihr seid zwar nett, aber ich bekomme sofort Juckreiz von euch. Bitte sucht euch lieber ein anderes Zuhause." Also sprang die Flohfamilie wieder hinaus und verabschiedete sich höflich.

Nach einer langen Reise erreichten sie einen Bauernhof. Dort stand ein riesiges Schwein, das sich im Schlamm suhlte. Die Flohkinder waren neugierig und riefen: "Schau mal, Mama, das Schwein hat eine dicke Haut, da könnten wir uns sicher gut verstecken!" Also hüpften sie in die Borsten des Schweins.

Doch das Schwein grinste und sagte: "Mir macht ihr nichts aus, aber ihr solltet wissen, dass ich mich jeden Tag im Schlamm wälze. Da würdet ihr dauernd nass und dreckig werden."

Papa Floh überlegte kurz und meinte dann: "Ein Zuhause, in dem man ständig schmutzig ist, passt wirklich nicht zu uns." Also sprangen sie wieder fort.

Am Abend trafen sie eine alte Ziege. Ihr Fell war struppig und etwas rau, aber die Flohkinder mochten es. Sie riefen: "Hier ist es gemütlich und niemand jagt uns weg!"

Doch die Ziege kicherte und sagte: "Ihr würdet mich bestimmt ganz wild machen. Ich springe schon ohne euch den ganzen Tag über Zäune. Wenn ihr bei mir bleibt, hüpfe ich nur noch mehr herum. Das wird euch bestimmt schwindelig."

Die Flohfamilie lachte, doch sie wussten, dass auch dieses Tier nicht das richtige Zuhause war.

Als die Nacht hereinbrach, krochen die Flöhe müde in ein altes Vogelnest, das sie am Boden fanden. Sie rollten sich zusammen, und die Kinder fragten leise: "Papa, was ist, wenn wir nie ein richtiges Zuhause finden?"

Papa Floh strich ihnen beruhigend über die winzigen Köpfe und antwortete: "Habt Vertrauen, meine Kleinen. Für jeden Floh gibt es irgendwo ein perfektes Fell."

Am nächsten Morgen setzten sie ihre Suche fort. Sie trafen ein freundliches Schaf, dessen Wolle so weich war wie Wolken. Die Kinder waren begeistert: "Das ist wie ein riesiges Kissen!" Sie hüpften hinein und kuschelten sich ein.

Doch das Schaf lächelte sanft und sagte: "Ich werde im Sommer geschoren. Dann habt ihr plötzlich gar kein Fell mehr, und das wäre sehr ungemütlich." Schweren Herzens hüpfte die Familie wieder hinaus.

Sie liefen lange, und gerade, als sie fast aufgeben wollten, hörten sie ein fröhliches Bellen. Vor ihnen stand ein junger Hund mit wuscheligem Fell und glänzenden Augen.

Er wedelte aufgeregt mit dem Schwanz und rief: "Hallo, ihr kleinen Hüpfer! Ihr seht so aus, als würdet ihr dringend jemanden zum Kuscheln brauchen." Die Flohkinder kicherten und sprangen begeistert in sein Fell.

Es war weich, warm und roch nach Abenteuer. Mama Floh seufzte erleichtert: "Endlich haben wir ein richtiges Zuhause gefunden." Papa Floh nickte zufrieden und fügte hinzu: "Und dieser Hund ist so verspielt, dass uns nie langweilig wird."

Von nun an lebte die Flohfamilie glücklich in ihrem neuen Heim. Der Hund rannte über Wiesen, sprang in Pfützen und rollte sich im Gras, und die Flohkinder hatten jeden Tag ein neues Abenteuer.

Am Abend kuschelten sie sich in das wuschelige Fell und riefen im Chor: "Hier bleiben wir für immer!" Und so schliefen sie glücklich ein, während draußen die Sterne funkelten und der Mond freundlich über sie wachte.

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