Die Übernachtung im Iglu - Einschlafbegleitung für Kinder am Abend

3 Minuten Vorlesezeit

In einer kleinen, verschneiten Hütte am Rande des dichten Schwarzwaldes lebten die Geschwister Fiona und Tobias mit ihren Eltern. Draußen glitzerte der frisch gefallene Schnee im hellen Sonnenschein und die Tannen bogen sich unter der schweren weißen Last. Papa kam mit einer großen Schaufel in das gemütliche Wohnzimmer und verkündete mit einem breiten Lächeln den Plan für den Tag.

"Heute bauen wir uns ein echtes Iglu und schlafen heute Nacht darin wie die Polarforscher", sagte er voller Vorfreude. Die Kinder sprangen begeistert auf und suchten sofort ihre dicken Wollsocken, die wasserdichten Schneehosen und die warmen Mützen zusammen.

Draußen im Garten war der Schnee perfekt, denn er war feucht genug, um daraus feste Blöcke zu formen. Die Familie arbeitete Hand in Hand und füllte große Plastikkisten mit Schnee, um daraus die Bausteine für ihr Nachtlager zu gewinnen.

Tobias stampfte den Schnee in den Kisten fest, während Fiona die fertigen Quader vorsichtig zum Bauplatz trug. Papa erklärte den Kindern geduldig, dass ein Iglu immer im Kreis gebaut werden muss, damit die Wände am Ende stabil zusammenhalten.

"Wir müssen die Blöcke leicht nach innen neigen, damit sich oben die Kuppel schließt", erklärte Mama, während sie die Lücken mit weichem Pulverschnee verputzte.

Stunde um Stunde wuchs das runde Haus aus Eis, bis schließlich nur noch ein kleines Loch an der Spitze offen war. Mit dem letzten passgenauen Schneeblock schloss Papa die Decke und alle klatschten vor Freude laut in die Hände.

Das Iglu sah von außen aus wie eine riesige, weiße Zuckerhaube, die mitten im Schwarzwald gelandet war. Fiona kroch durch den niedrigen Eingangsschacht hinein und staunte über die plötzliche Stille, die im Inneren der Schneehöhle herrschte.

"Es ist hier drin fast so leise wie in einer Kirche", flüsterte sie ehrfürchtig zu ihrem Bruder Tobias.

Bevor es dunkel wurde, bereitete die Familie den Boden des Iglus für die Nacht vor. Sie legten zuerst eine dicke Plane aus und schichteten darauf viele isolierende Isomatten sowie kuschelige Rentierfelle. Jeder durfte seinen wärmsten Schlafsack und ein weiches Kopfkissen von drinnen nach draußen tragen.

Mama brachte noch eine Thermoskanne mit heißem Kinderpunsch und eine Schale mit frisch gebackenen Plätzchen in die Schneehöhle. "Das ist das gemütlichste Schlafzimmer, das wir jemals hatten", stellte Tobias fest und kuschelte sich probeweise in seinen Schlafsack.

Als die Dämmerung über den Schwarzwald hereinbrach, zündete Papa draußen eine kleine Laterne an, deren Licht durch die Schneewände schimmerte. Die ganze Familie kroch nacheinander in das Iglu und machte es sich auf dem weichen Boden bequem. Das Licht der Laterne drang sanft durch das Eis und ließ die Wände in einem wunderschönen, bläulichen Glanz erstrahlen.

Draußen pfiff der kalte Winterwind durch die Tannen, aber im Inneren des Iglus war es windstill und erstaunlich behaglich. "Der Schnee isoliert uns vor der Kälte und hält unsere Körperwärme im Raum", erklärte Papa seinen neugierigen Kindern.

Sie tranken gemeinsam den warmen Punsch, der nach Zimt und Äpfeln duftete, und knabberten an den süßen Plätzchen. Mama begann eine Geschichte von den Tieren des Waldes zu erzählen, die sich nun auch alle in ihre warmen Höhlen zurückgezogen hatten.

Die Kinder lauschten aufmerksam dem sanften Rauschen des Waldes, das nur ganz leise zu ihnen durch die dicken Wände drang. Fiona fühlte sich sicher und geborgen zwischen ihren Eltern und ihrem Bruder in dieser ganz besonderen Winternacht.

"Ich glaube, die Rehe schauen gerade neugierig zu unserem leuchtenden Iglu herüber", flüsterte Fiona mit schweren Augenlidern.

Nach und nach wurden die Gespräche leiser und das gleichmäßige Atmen der Familie erfüllte den kleinen Raum aus Eis. Tobias kuschelte sich ganz tief in seinen Schlafsack, bis nur noch seine Nasenspitze in die kühle Luft hinausragte.

Es war ein wunderbares Gefühl, so nah an der Natur zu sein und trotzdem die Wärme der Familie zu spüren. Papa löschte vorsichtig das Licht der Laterne und nur noch der Mondschein schimmerte schwach durch den Eingangsbereich.

"Gute Nacht und träumt von glitzernden Schneeflocken", sagte Mama leise in die dunkle Stille hinein. In dieser Nacht schliefen alle tief und fest, während der Schwarzwald unter einer neuen Schicht Neuschnee versank.

Am nächsten Morgen wurden sie von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die das Iglu in ein helles Weiß tauchten. Die Kälte des Morgens kitzelte in ihren Nasen, aber in den Schlafsäcken war es immer noch wunderbar warm und gemütlich.

Fiona und Tobias krochen als Erste aus dem Iglu und sahen die frischen Tierspuren, die über die Wiese direkt an ihrem Bauwerk vorbeiführten. "Das war das größte Abenteuer unseres ganzen Lebens", rief Tobias voller Freude in den klaren Wintermorgen hinaus.

Schlummerpiraten-Maskottchen mit Buch
Sonntagspost

Jeden Sonntag die schönsten Geschichten der Woche

Trag dich ein und bekomm jeden Sonntag eine kurze Post von uns, mit den Geschichten, die diese Woche am besten ankamen. Als Willkommensgeschenk gibt es gratis Ausmalseiten und das erste Kapitel eines Schlummerpiraten-Buchs.

Ähnliche Gute-Nacht-Geschichten

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Superheld Jonte und die Gute-Nacht-Patrouille“5 Min. Vorlesezeit

Superheld Jonte und die Gute-Nacht-Patrouille

Superheld Jonte fliegt im Pyjama seine abendliche Runde über die Dächer, bringt ein Kätzchen heim und knipst eine vergessene Lampe aus, bevor er in seinem eigenen Bett landet.

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Mateo und das Traumkissen von Oma Ilse“5 Min. Vorlesezeit

Mateo und das Traumkissen von Oma Ilse

Bei seiner ersten Übernachtung fährt Mateo mit dem Finger über die bestickte Landkarte auf Oma Ilses Kissen und reist dabei in Gedanken von Stich zu Stich, bis er einschläft.

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Oma Erna und Opa Wilhelm auf Weltreise - eine liebevolle Einschlafgeschichte für Kinder“4 Min. Vorlesezeit

Oma Erna und Opa Wilhelm auf Weltreise - eine liebevolle Einschlafgeschichte für Kinder

Begleite Oma Erna und Opa Wilhelm auf ihrer großen Reise um die Welt. Diese liebevolle Einschlafgeschichte nimmt Kinder mit auf eine wunderbare Reise zu Elefanten, Pandas und Kängurus. Perfekt für eine ruhige, geborgene Gute-Nacht-Zeit voller schöner Träume im eigenen Bettchen.

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Das geheime Reich der Feen - eine magische Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen“4 Min. Vorlesezeit

Das geheime Reich der Feen - eine magische Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen

Entdecke eine magische Gute-Nacht-Geschichte für Kinder von 4 bis 8 Jahren. Begleite den kleinen Jonas auf seiner fantastischen Reise in das geheimnisvolle Reich der Feen. Ein fesselndes und herrlich erzähltes Abenteuer voller glitzernder Wunder, das sanft in den Schlaf begleitet und Kinderaugen im Dunkeln zum Leuchten bringt.

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Luna, das Sternenmädchen - eine einzigartige Gute-Nacht-Geschichte“4 Min. Vorlesezeit

Luna, das Sternenmädchen - eine einzigartige Gute-Nacht-Geschichte

Entdecke eine einzigartige Gute-Nacht-Geschichte über das Sternenmädchen Luna, das ohne Erinnerungen auf der Erde erwacht. Gemeinsam mit dem Jungen Manuel und sprechenden Waldtieren lüftet sie ihr magisches Geheimnis. Eine berührende, detailreiche Erzählung voller Herzenswärme, die Kinder zwischen 4 und 8 Jahren sanft in das Reich der Träume begleitet.

Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Die Dino-Decken-Festung - eine Dinosaurier-Gute-Nacht-Geschichte“3 Min. Vorlesezeit

Die Dino-Decken-Festung - eine Dinosaurier-Gute-Nacht-Geschichte

Begleite Max und seinen magischen Stegosaurus Stachel in eine Dinosaurier-Gute-Nacht-Geschichte, die zum Träumen einlädt. Gemeinsam bauen sie eine gemütliche Decken-Festung und reisen in Gedanken in die faszinierende Urzeit. Diese liebevolle Erzählung voller Geborgenheit hilft Kindern zwischen 4 und 8 Jahren, sanft und sicher einzuschlafen.